Am 29. September 2026 hat das Bundesamt für Gesundheit die Prämien der Grundversicherung für 2027 genehmigt. Die mittlere Prämie steigt um 5,0 Prozent auf 412 Franken pro Monat, 19,70 Franken mehr als 2026. So steht es in der Medienmitteilung des BAG. Erwachsene ab 26 Jahren zahlen im Mittel 487,60 Franken (plus 4,9 Prozent), junge Erwachsene von 19 bis 25 Jahren 338,80 Franken (plus 4,8 Prozent), Kinder 128,10 Franken (plus 4,6 Prozent).
Als Gründe nennt das BAG mehr Behandlungen, den medizinisch-technischen Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung. Wie viel Geld durch das System läuft, zeigt das Faktenblatt zu den Leistungen: 2025 hat die Grundversicherung 44,8 Milliarden Franken bezahlt, im Durchschnitt 411 Franken pro versicherte Person und Monat. Am meisten kosteten Arztbehandlungen, Medikamente und stationäre Spitalaufenthalte.
Für Menschen, die schon in der Schweiz leben, ist die Nachricht ärgerlich und vertraut. Für Dich, wenn Du gerade Deinen Umzug planst, ist sie etwas anderes: die erste verlässliche Zahl für Deine Fixkosten im ersten vollen Jahr. Und sie hängt stärker vom Kanton ab als fast jeder andere Posten außer der Miete.
Pro Kopf, nicht pro Lohn
Bevor Du die Zahlen liest, eine Sache, die beim Umzug aus Deutschland oder Österreich regelmäßig falsch eingeplant wird. In der Schweiz zahlt jede Person ihre eigene Prämie. Die Höhe richtet sich nach Alter, Wohnort, gewählter Franchise, Versicherungsmodell und danach, ob die Unfalldeckung eingeschlossen ist, nicht nach Deinem Einkommen. Eine Familie mit zwei Kindern zahlt vier Prämien, auch wenn nur ein Elternteil verdient.
Das BAG zählt nach eigenen Angaben über 200.000 verschiedene Prämien. Deshalb arbeitet es mit der mittleren Prämie: der Summe aller bezahlten Prämien einer Gruppe, geteilt durch die Zahl der Versicherten. Das Faktenblatt dazu erklärt, was daraus folgt: Die mittlere Prämie enthält bereits den Mix aus höheren Franchisen und günstigeren Modellen, den die Versicherten tatsächlich gewählt haben. Wählst Du die Grundfranchise von 300 Franken mit freier Arztwahl, zahlst Du mehr als den Mittelwert. Wählst Du eine hohe Franchise und ein Hausarzt- oder Telemedizinmodell, zahlst Du weniger.
Ein Detail aus demselben Faktenblatt hilft beim Einordnen der 5,0 Prozent: Für 2026 hatte das BAG im September 2025 einen Anstieg von 4,4 Prozent angekündigt. Tatsächlich waren es 4,3 Prozent, weil viele Versicherte die Kasse gewechselt, die Franchise erhöht oder ein günstigeres Modell gewählt haben.
Was Du 2027 je Kanton zahlst
Die kantonale Tabelle des BAG zeigt die mittleren Monatsprämien für 2027. Für die Kantone, die Zuziehende aus Deutschland und Österreich am häufigsten wählen:
| Kanton | Erwachsene 2027 | Veränderung | Kinder 2027 |
|---|---|---|---|
| Zug | 324,90 | plus 4,4 % | 90,70 |
| Schwyz | 418,50 | plus 4,8 % | 107,70 |
| Luzern | 422,20 | plus 4,5 % | 109,10 |
| St. Gallen | 427,40 | plus 5,0 % | 112,80 |
| Thurgau | 433,20 | plus 4,9 % | 115,90 |
| Aargau | 464,70 | plus 5,6 % | 121,30 |
| Zürich | 477,00 | plus 5,7 % | 129,90 |
| Bern | 494,40 | plus 5,0 % | 125,80 |
| Basel-Stadt | 570,60 | plus 4,5 % | 155,20 |
| Genf | 610,60 | plus 4,3 % | 157,70 |
Alle Werte in Franken pro Monat, gerundet, einschließlich Wahlfranchisen und Modellen.
Zug bleibt der günstigste Kanton, Genf der teuerste. Eine erwachsene Person zahlt in Genf im Mittel fast doppelt so viel wie in Zug. Hinter Zug folgen Appenzell Innerrhoden mit 340,50 und Uri mit 377,70 Franken. Hinter Genf folgen das Tessin mit 603,60 und Basel-Stadt mit 570,60 Franken. Am stärksten steigen die Prämien für Erwachsene in Appenzell Innerrhoden, Schaffhausen und im Jura mit jeweils 5,9 Prozent, am schwächsten in Glarus mit 2,7 und in der Waadt mit 3,2 Prozent.
Rechne es für Deine Familie durch
Mit den mittleren Prämien lässt sich grob abschätzen, was der Kanton Dich kostet. Für ein Paar mit zwei Kindern unter 19 Jahren ergeben sich 2027 im Mittel ungefähr diese Jahresbeträge:
| Kanton | Paar ohne Kinder | Paar mit zwei Kindern |
|---|---|---|
| Zug | 7.798 | 9.974 |
| Schwyz | 10.044 | 12.629 |
| Thurgau | 10.397 | 13.178 |
| Zürich | 11.448 | 14.566 |
| Basel-Stadt | 13.694 | 17.419 |
| Genf | 14.654 | 18.439 |
Franken pro Jahr, berechnet aus den mittleren Monatsprämien des BAG.
Zwischen Zug und Genf liegen für eine vierköpfige Familie rund 8.500 Franken im Jahr, zwischen Zug und Zürich rund 4.600 Franken. Über zehn Jahre und mit weiter steigenden Prämien ist das eine Größenordnung, die in jede Standortentscheidung gehört, neben Steuern und Miete. Wie weit die Kantone bei den Steuern auseinanderliegen: Kantonsvergleich. Wie eng der Wohnungsmarkt wo ist: Leerwohnungsziffer 2026. Zug ist bei Prämien und Steuern günstig, bei Wohnungen aber der engste Markt des Landes.
Zwei Einschränkungen gehören zu dieser Rechnung. Erstens rechnet sie mit Durchschnitten: Deine tatsächliche Prämie hängt vom Versicherer, der Prämienregion innerhalb des Kantons, der Franchise und dem Modell ab. Zweitens werden Kinder ab 19 Jahren als junge Erwachsene eingestuft und zahlen deutlich mehr.
Wohin das Geld fließt und was der Bund dagegen tut
Wer verstehen will, warum die Prämien Jahr für Jahr steigen, schaut am besten auf die Kosten. Von den 411 Franken, die die Grundversicherung 2025 im Durchschnitt pro Person und Monat bezahlt hat, entfielen laut BAG 93 Franken auf Arztbehandlungen in der Praxis, 89 Franken auf Medikamente und 75 Franken auf stationäre Spitalaufenthalte. Ambulante Spitalbehandlungen kamen auf 56 Franken. 54 Franken pro Monat trugen die Versicherten selbst über Franchise und Selbstbehalt.
Das Eidgenössische Departement des Innern und das BAG verweisen in ihrer Mitteilung darauf, dass Überprüfungen der Wirksamkeit von Leistungen, der Medikamentenpreise und der Tarife im vergangenen Jahrzehnt über zwei Milliarden Franken eingespart hätten. Seit 2024 bringt Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider die Akteure des Gesundheitswesens an einem Runden Tisch zusammen, um Maßnahmen zur Kostendämpfung zu entwickeln. Ende dieses Jahres will der Bundesrat zudem erstmals Kosten- und Qualitätsziele festlegen, für den Zeitraum 2028 bis 2031.
Für Deine Planung heißt das nüchtern: Plane die Krankenversicherung als Fixkostenposten mit Reserve ein. Die Maßnahmen setzen bei den Kosten an, und ob sie den Anstieg der Prämien bremsen, zeigt sich erst über mehrere Jahre.
Die Pflicht beim Zuzug, kurz und verbindlich
Für die Grundversicherung gelten beim Zuzug feste Regeln, die das BAG auf priminfo.admin.ch zusammenfasst:
- Drei Monate Frist: Du musst Dich innert drei Monaten ab Wohnsitznahme versichern, rückwirkend auf den Tag des Zuzugs. Die Prämien laufen ebenfalls rückwirkend, weil auch die Kosten rückwirkend gedeckt sind.
- Zu spät heißt teuer: Bei verspäteter Anmeldung beginnt der Schutz erst mit dem Beitritt, und bei nicht entschuldbarer Verspätung zahlst Du einen Prämienzuschlag.
- Keine Gesundheitsprüfung: Jeder Versicherer muss Dich in der Grundversicherung vorbehaltlos und ohne Wartefrist aufnehmen, unabhängig von Alter und Gesundheit. Für Zusatzversicherungen gilt das nicht.
- Taggenaue Prämie: Ziehst Du mitten im Monat zu, zahlst Du die Prämie ab dem Tag des Zuzugs, nicht für den ganzen Monat.
Die vollständige Reihenfolge vom Zuzug bis zur Police, mit Zusatzversicherungen und Prämienverbilligung: Krankenversicherung in der Schweiz. Wer ohne Erwerbstätigkeit zuzieht, muss den Versicherungsschutz außerdem schon für die Bewilligung nachweisen: Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit.
Die Fristen im Herbst, wenn Du schon versichert bist
Ziehst Du noch 2026 zu, bist Du für den Rest des Jahres zur Prämie 2026 versichert und ab 1. Januar zur Prämie 2027 Deines Versicherers. Dann gelten für Dich dieselben Termine wie für alle:
Bis 31. Oktober muss Dir Dein Versicherer die neue Prämie mitteilen und Dich auf Dein Kündigungsrecht hinweisen. Bis 30. November kannst Du die Grundversicherung auf Ende Jahr kündigen. Maßgebend ist nicht der Poststempel, sondern der Eingang beim Versicherer; fällt der 30. November auf ein Wochenende, gilt der letzte Arbeitstag davor. Das BAG empfiehlt, eingeschrieben bis Mitte November zu kündigen. Wer zu spät kündigt, bleibt bis zum nächsten Kündigungstermin, mit Wahlfranchise oder Sparmodell ein ganzes Jahr.
Eine tiefere Franchise musst Du dem Versicherer ebenfalls bis zum letzten Arbeitstag im November mitteilen. Eine höhere Franchise kannst Du auf Beginn eines Kalenderjahres wählen; das BAG empfiehlt, das bis Mitte Dezember schriftlich zu tun.
Ein Wohnortwechsel innerhalb der Schweiz gibt Dir übrigens kein außerordentliches Kündigungsrecht, auch wenn Deine Prämie dadurch steigt. Wer also zuerst in einen teuren Kanton zieht und später umzieht, wechselt den Versicherer nur zu den ordentlichen Terminen.
Die Stellschrauben, die Du in der Hand hast
Gegen den Prämienanstieg kannst Du wenig tun, gegen die Höhe Deiner Prämie einiges.
Franchise: Die ordentliche Franchise beträgt 300 Franken pro Jahr, dazu kommt ein Selbstbehalt von 10 Prozent bis höchstens 700 Franken. Für Erwachsene gibt es Wahlfranchisen von 500 bis 2.500 Franken, für Kinder von 100 bis 600 Franken. Wer selten zum Arzt geht und eine Reserve hat, spart mit einer hohen Franchise deutlich. Der Bundesrat hat im März zwar eine Erhöhung der Mindestfranchise auf 400 Franken in die Vernehmlassung geschickt, für 2027 gilt aber weiter die Franchise von 300 Franken.
Modell: Hausarzt-, Apotheken- und Telemedizinmodelle sind günstiger als die freie Arztwahl. Der Rabatt ist begrenzt, aber spürbar.
Unfalldeckung: Wenn Du in der Schweiz angestellt bist und über Deinen Arbeitgeber vollumfänglich gegen Unfall versichert bist, kannst Du die Unfalldeckung in der Grundversicherung sistieren lassen. Die Prämie sinkt entsprechend. Als Selbständiger oder Privatier brauchst Du sie in aller Regel.
Vergleich: Die genehmigten Prämien 2027 aller Versicherer für Deinen Wohnort zeigt der Prämienrechner des BAG. Vergleiche erst, wenn Du die Postleitzahl Deiner künftigen Wohnung kennst, denn auch innerhalb eines Kantons gibt es mehrere Prämienregionen.
Für Grenzgänger, die in Deutschland oder Österreich wohnen bleiben, gelten andere Regeln, mit einem einmaligen Optionsrecht: Krankenversicherung als Grenzgänger.
Was Du jetzt tun solltest
Wenn Du den Kanton noch nicht gewählt hast, setz die Prämie 2027 für Deine ganze Familie neben Steuern und Miete. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Kanton liegen für vier Personen mehrere tausend Franken im Jahr.
Wenn Du in den nächsten Wochen zuziehst, versichere Dich innert drei Monaten und wähle den Versicherer gleich mit Blick auf die Prämie 2027, nicht auf die Prämie 2026. Die neuen Prämien sind genehmigt und öffentlich.
Wenn Du schon versichert bist, prüfe die Prämienmitteilung, die bis Ende Oktober kommt, und entscheide bis Mitte November, ob Du Versicherer, Franchise oder Modell wechselst. Fünf Prozent mehr sind der Durchschnitt. Was Du tatsächlich zahlst, entscheidest Du zu einem guten Teil selbst.