Deutsche Zuzüger bringen eine Gewohnheit mit, die in der Schweiz teuer werden kann: die Annahme, ein Konto koste nichts. In der Schweiz kostet dasselbe Alltagskonto je nach Institut zwischen null und 240 Franken im Jahr, und die grösste Position steht gar nicht im Gebührenblatt.
Die Spanne, vermessen
Die jüngste Markterhebung über 34 Banken (Frühjahr 2026) zeichnet ein klares Bild. Für ein Profil, das mit Karte im Inland bezahlt, führen 14 Anbieter das Konto gratis, darunter die Zürcher Kantonalbank, Migros Bank, Valiant und die Smartphone-Banken. Das klassische Konto der Grossbank kostet 144 Franken im Jahr, mit Auslandsnutzung 240; Raiffeisen liegt bei 48, PostFinance bei 60. Für die identische Leistung zahlt der eine Kunde nichts und der andere den Gegenwert eines Abendessens für vier, jedes Jahr.
Dass es Gratiskonten überhaupt breit gibt, ist jung: Erst der Druck der Apps und das Vorpreschen einzelner Kantonalbanken haben die Preise bewegt. Die Richtung stimmt für Kunden, aber sie belohnt nur die, die vergleichen.
Dazu kommen die Kleinpositionen, die sich läppern: Papierauszüge gegen Gebühr, Bargeldbezüge an Fremdautomaten, und je nach Haus ein Steuerauszug, dessen Preis zwischen null und einem dreistelligen Betrag liegt. Letzteren brauchst Du in der Schweiz jährlich für die Steuererklärung; frag den Preis vor der Kontoeröffnung ab, nicht im Februar danach.
Die grösste Position: der Wechselkurs
Die Kontoführung ist Kleingeld gegen das, was beim Währungswechsel passiert. Traditionelle Banken schlagen beim Fremdwährungswechsel im Schnitt gut anderthalb Prozent auf den Kurs, die Spannweite reicht bis über vier Prozent; die günstigsten Anbieter liegen bei einem Zehntelprozent. Bei Bargeld (Notenkurs) ist die Marge historisch fast doppelt so hoch wie bei Kontogeschäften.
Rechne das einmal für Deinen Fall: Wer beim Zuzug 500 000 Euro wechselt, zahlt zwischen einigen hundert und über zehntausend Franken, für denselben Vorgang, nur bei verschiedenen Anbietern. Die Konsequenzen stehen auf der Seite Währung und Franken; die Kurzfassung: grosse Wechsel nie unbesehen über die Hausbank.
Was Auslandsdomizil kostet, zur Einordnung
Zum Vergleich für alle, die den Umzug noch planen: Dieselben Banken, die Inländern Gratiskonten geben, berechnen Kunden mit Wohnsitz im Ausland 25 bis 30 Franken im Monat, also ein Vielfaches. Der Zuschlag fällt mit der Anmeldung in der Schweiz weg; die Mechanik dahinter erklärt Ablehnung und De-Risking. Wer den Umzug vor sich hat, eröffnet deshalb nach der Anmeldung, nicht vorher teuer.
Einlagensicherung: die 100 000er-Frage
Bis 100 000 Franken je Kunde und Bank sind Einlagen privilegiert und über esisuisse gesichert; auch Kunden mit Auslandswohnsitz sind geschützt. Zwei Feinheiten, die kaum jemand kennt:
- Die Auszahlung ist nicht sofort. Die gesetzliche Mechanik ist auf wenige Arbeitstage getaktet, aber bis das Geld tatsächlich beim Kunden ist, können nach Angaben der Sicherungseinrichtung selbst mehrere Wochen vergehen. Ein Liquiditätspuffer bei einer zweiten Bank ist deshalb kein Misstrauen, sondern Betriebssicherheit.
- Fintech-Lizenz ist nicht Banklizenz. Anbieter mit blosser Fintech-Bewilligung dürfen Kundengelder bis 100 Millionen Franken entgegennehmen, aber weder anlegen noch verzinsen, und die Gelder laufen ausserhalb der klassischen Einlagensicherung. Für Beträge, die weh tun würden, gehört das Geld zu einer Vollbank oder in Wertschriften: Depotwerte sind Sondervermögen und fallen nicht in die Konkursmasse.
Die Gebührenlogik, in vier Regeln
- Kontoführung ist verhandelbar per Anbieterwahl, nicht per Gespräch. Wer zahlt, hat nicht verhandelt, sondern nicht verglichen.
- Die Marge sitzt im Kurs, nicht in der Gebühr. Jede Rechnung ohne Wechselkosten ist Schaufensterrechnung.
- Zwei Institute schlagen eines. Gratis-Hausbank plus günstige App deckt fast jeden Alltag ab und halbiert das Klumpenrisiko.
- Die teuerste Bank ist die, die Du nie überprüfst. Die Schweizer Preisstruktur belohnt Wechsler; einmal im Jahr eine Stunde Vergleich ist der bestbezahlte Termin Deines Finanzjahres.
Für die Depotseite gilt dieselbe Logik mit anderen Zahlen, und dort geht es um mehr Geld: Broker Schweiz.
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