Es gibt eine Zahl, die jeder Zuzüger kennen sollte, bevor er über Kontowährungen nachdenkt: Im Herbst 2007 kostete ein Euro 1.67 Franken. Im Sommer 2026 kostet er 0.93. Das ist kein Ausreisser, sondern eine Richtung über zwei Jahrzehnte: rund 45 Prozent Kaufkraftverlust des Euro gegenüber dem Franken, durch Finanzkrise, Eurokrise, Aufhebung des Mindestkurses und die stille Arbeit der Inflationsdifferenz. Wer in die Schweiz zieht und sein Vermögen in Euro liegen lässt, hat eine Währungsposition, ob er sie so nennt oder nicht.
Das Prinzip: Währung folgt Lebensmittelpunkt
Die Grundregel ist einfacher, als die Prognosedebatten suggerieren: Vermögen gehört in die Währung, in der die künftigen Ausgaben anfallen. Wer in der Schweiz lebt, zahlt Miete, Krankenkasse, Steuern und Brot in Franken; also gehört der Teil des Vermögens, der dieses Leben trägt, in Franken. Das ist keine Wette auf weitere Frankenstärke, sondern das Gegenteil einer Wette: die Währungsposition schliessen, die der Umzug geöffnet hat.
Was bleiben darf und soll: Euro für konkrete Euro-Verpflichtungen (die Immobilie in Deutschland, Unterhaltszahlungen, geplante Rückflüsse) und die Fremdwährungsanteile, die in einem global gestreuten Depot ohnehin stecken. Was keine Strategie ist: aus Gewohnheit alles in Euro lassen und hoffen, dass die zwei Jahrzehnte oben eine Ausnahme waren.
Der grosse Wechsel: die teuerste Einzelentscheidung des Umzugs
Beim Zuzug wird typischerweise einmal richtig gewechselt, und hier liegen die Kosten, über die niemand spricht. Die Wechselmargen der Anbieter unterscheiden sich um den Faktor zehn und mehr: Messungen von 2025 zeigen Aufschläge von einem Zehntelprozent bei den günstigsten Anbietern bis über vier Prozent am teuren Ende; traditionelle Banken liegen im Schnitt bei gut anderthalb Prozent, Bargeldwechsel (Notenkurs) ist historisch fast doppelt so teuer wie Kontowechsel.
Die Rechnung dazu: Bei 500 000 Euro Wechselvolumen liegen zwischen dem besten und dem schlechten Weg mehrere tausend bis über zehntausend Franken. Für denselben Vorgang, am selben Tag.
Was sich aus den Erfahrungswerten der Schweizer Anlegerszene als Praxis herausgeschält hat:
- Kleine, laufende Beträge: spezialisierte Wechseldienste oder die Smartphone-Banken, deren Margen bei Bruchteilen eines Prozents liegen.
- Grosse Einmalbeträge: der Devisenhandel eines Brokers, wo nahe am Interbankenkurs gewechselt wird; einzelne Schweizer Broker haben die Wechselzuschläge im Wertschriftengeschäft inzwischen ganz gestrichen.
- Was man vermeidet: den unbesehenen Wechsel über das Hausbank-Konto und jede Form von Bargeldwechsel für grosse Summen.
- Timing ist Glückssache, Staffelung ist Handwerk. Wer den Wechsel über einige Monate in Tranchen legt, glättet den Zufall des Stichtags, ohne auf eine Prognose zu wetten.
Kontowährungen: was Du wirklich brauchst
Die Standardausstattung des Zuzügers ist unspektakulär: ein Frankenkonto als Lebenskonto und ein Eurokonto daneben. Eurokonten führen Schweizer Banken routinemässig; das Eurokonto verhindert die Zwangskonversion bei jedem Euro-Eingang und lässt Dich den Wechselzeitpunkt selbst bestimmen. Es macht den Wechsel aber nicht billiger, es verschiebt ihn nur; die Marge entscheidet sich beim Wechseln, nicht beim Halten.
Für die Gegenrichtung gilt dasselbe: Wer laufende Euro-Eingänge hat (Vermietung, Rente, Honorare), sammelt sie auf dem Eurokonto und wechselt bewusst in Tranchen, statt jeden Eingang einzeln zur Hausbankmarge konvertieren zu lassen. Renten aus Deutschland haben zusätzlich eine eigene steuerliche Logik, die auf den Grenzgänger- und Steuerseiten liegt.
Franken als Anlage: Stärke ist eingepreist, Stabilität nicht
Zum Schluss die Einordnung, die vor Übertreibung schützt: Die Frankenstärke der Vergangenheit ist kein Renditeversprechen für die Zukunft. Schweizer Zinsen sind chronisch tief, gerade weil die Währung als sicher gilt; wer Franken hält, kauft Stabilität, nicht Ertrag. Ein Vermögen, das wachsen soll, braucht weiterhin reale Anlagen über die Währungsfrage hinaus, und dafür stehen die Depot-Seiten: Broker Schweiz und Depotübertrag. Der Franken ist das Fundament des Hauses, nicht sein Motor.
Diese Seite ist allgemeine Information und keine Anlageberatung. Kurse und Margen sind datierte Momentaufnahmen (SNB-Reihen und Markterhebungen 2025/2026).